Straßenfasnacht in Gefahr
Festliche Umzüge sind seit Jahrhunderten Höhepunkte der
Fasnet und des Karnevals – ein lebendiges Kulturgut, das in Baden-Württemberg
seit mehr als 200 Jahren gepflegt wird. Jährlich säumen Hunderttausende die
Straßen, um zehntausende Hästräger, Musikgruppen und Umzugswägen zu feiern.
Doch diese Tradition ist bedroht: Immer mehr Vereine
verzichten auf Umzüge – allein im Verbandsgebiet des Landesverbandes
Württembergischer Karnevalvereine (LWK) Verbandsgebiet über ein Drittel. Gründe
sind neben immer öfter fehlenden ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, vor
allem stetig steigende Anforderungen und Sicherheitsauflagen. Ehrenamtlich
organisierte Vereine können diese kaum noch erfüllen und fürchten
Haftungsrisiken.
Es ist richtig, dass landesweit die Auflagen und Sicherheitsmaßnahmen
aktuellen Bestimmungen, Herausforderungen und polizeilichen Lageeinschätzungen
angepasst werden. Die Sicherheit des Publikums am Straßenrand sowie aller
Mitwirkenden hat für den LWK ebenfalls oberste Priorität. Leider ist es aber
so, dass immer mehr Kosten auf die organisierenden Vereine zukommen und aus
Sicht des Verbandes auch einfach auf sie abgewälzt werden. Erste Umzüge wurden
bereits abgesagt. Besonders im ländlichen Raum ist die Lage dramatisch. Wenn
keine Lösung kommt, wird Straßenfasnacht bald nur noch in finanzstarken Städten
oder mit hohen Sponsorengeldern möglich sein.
Unsere Forderungen:
- Einheitliche,
realistische Sicherheitsauflagen für alle Vereine
- Politische
Verantwortung statt Übertragung auf das Ehrenamt
- Finanzielle
Unterstützung durch Budgets für Umzugskosten
- Regelmäßiger
runder Tisch zwischen Vereinen und Ministerien
- Reduzierung
und Vereinfachung von Gebühren (TÜV, GEMA, Versicherungen)
Fasnacht, Fasching und Karneval sind Feste der Gemeinschaft, Integration und Vielfalt. Sie dürfen nicht an Bürokratie und Kosten scheitern. Wir fordern jetzt konkretes politisches Handeln – Lippenbekenntnisse reichen nicht mehr. Unser Kulturgut ist gefährdet.