Schussenrieder Hexen

Historie

Die Hexe ist eine Maske aus dem Teilort Roppertsweiler. 1951 gegründet, ist sie die älteste Bad Schussenrieder Maskengruppe. Karl Haller, ein Schussenrieder Lehrer, hat diese Maske entworfen. Sie wird handgeschnitzt und somit ist keine Maske wie die andere. Ein einheitliches Häs gab es am Anfang nicht. Nach persönlichem Geschmack wurden Rock, Schürze, Kopftuch und Oberteil geschneidert. Auf eine handgeschnitzte Holzmaske legten die Schussenrieder Gründungsmitglieder dagegen größten Wert. Anfang der 50er-Jahre schnitzte der Biberacher Holzbildhauer Josef Hasenmaile die ersten 15 bis 20 Masken. 14 Jahre nach Gründung der Hexengruppe verschwand sie aus der Schussenrieder Unterwelt. Aus Mangel an schriftlichen Aufzeichnungen ist nicht ganz klar, aus welchen Gründen. Es gab Schwierigkeiten mit der Organisation, da die Gruppe immer größer wurde. Jedenfalls erklärte sich der damalige Zunftrat und Roppertsweiler Bürger Alfons Schmid bereit, bei den Hexen Verantwortung zu übernehmen. Ein gutes Dutzend Narren, allesamt aus Roppertsweiler, wagten im Jahre 1965 den Neubeginn. Zwei Jahre nach Schmid´s Amtsantritt kleideten sich die Hexen neu. Die Schürze war rot, das Kopftuch grün - später wurde auch umgekehrt kombiniert. Das Oberteil bestand aus einem weißen Stoff mit blauen Punkten, seither hieß dieses Häs auch "Das Gepunktete". Im Jubiläumsjahr 1974, die Narrenzunft Bad Schussenried bestand damals 25 Jahre, bekam die Gruppe ein neues, brauchtumorientierteres Häs. Neben dem Tanz der "großen" Hexen gehört zu den Highlights bei den Prunksitzungen seit 1994 auch eine Darbietung der Mini-Hexen.

Häsbeschreibung

Charakteristisch für die Holzmaske ist der braune Farbton und die lange Hexennase. Sie wird handgeschnitzt und somit ist keine Maske wie die andere. Die wilden Hexenzöpfe aus Hanf geben der Figur ihr unheimliches Erscheinungsbild. Dazu tragen die Hexen ein rotes Kopftuch mit kleinen weißen oder gelben Blümchen, einen braunen Kittel mit grünem Rock sowie eine gelbe Schürze. Eine weiße Unterhose mit Spitzen darf nicht fehlen, wie auch die rot-weißen handgestrickten Ringelstrümpfe und Strohschuhe. Was natürlich bei keiner Hexe fehlen darf, ist der obligatorische Hexenbesen, der jedes Jahr neu angefertigt werden muß, weil er am Aschermittwoch verbrannt wird.