Bobbele

Historie

Am Martinstag anno 1811 wurde die Aufhebung der Leibeigenschaft verkündet. Nach diesem bedeutenden Ereignis übertrugen aber die Männer nach dem Motto „Er soll dein Herr sein“, Die Herrschaft über ihre Frauen. Als 1824 bei Lichtmeß die Männer im oberen Wirtshaus saßen, sagten sich die zur Wallfahrt mitgekommenen Frauen von der Männerherrschaft los. Außer ihren familiären und religiösen Pflichten zeigten sie ihren Sinn für Handwerk, Kunst und Wissen. Als äußeres Zeichen ihres neuen Selbstgefühls trugen sie fortan eine bunte Wollkugel an ihre Tracht. Die Freude über die Geichstellung zeigt sieb heute in der fröhlichen Zunft der „Oberelchinger Bobbele mit ihrem farbenfrohen Häs und den viele bunten Bobbeln. Im Jahre 1983 hatten sechs Oberelchinger Frauen...den Einfall eine private Maskengruppe zu gründen.

Häsbeschreibung

Die ersten Masken kamen aus Südtirol, weil hier niemand zum erschwinglichen Preis Masken schnitzen wollte. Da es nicht ohne Regeln gehen wollte wurde beschlossen, Jedes Häs darf höchstens 50 Bobbel haben - Jedes neue Mitglied ist vom Lustwart zu prüfen - Nur Frauen dürfen Funktionen ausüben - Zur Gruppe stoßende Männer haben kein Mitspracherecht. Die von Herrn Götz geschnitzte Maske ist ein Frauengesicht mit einen blassen Teint, blauen Augenbrauen, und einen lächelnden roten Mund. Einfarbige Haube mit fünf verschieden einfarbigen Bobbeln an der Stirnseite, mit sechs verschieden ein¬ farbigen Bändern an jeder Seite, an deren Enden jeweils ein Glöckchen oder ein Bobbel befestigt ist. Weiße Halskrause mit sieben, höchstens neun, einfarbigen Bobbeln. Sehr weites Oberteil, rund geschnitten, aus acht verschiedenen einfarbigen Teilen, (einfarbiger Popeline oder Baumwollstoff). Einfarbige Pluderhose mit Glöckchen an der Seite. Fingerhandschuhe mit je drei kleinen Bobbeln. Zum Häs passende Schuhe jedoch keine Turnschuhe. Käpple einfarbig türkis mit zehn Bobbele. Regenschirm mit drei Bobbele. Zum Kinderhäs benötigt man keine Maske.